Traueraufgaben

 

4 Traueraufgaben (nach J. William Worden)


Der nordamerikanische Trauerforscher J. William Worden, der verschiedene Trauer- und Hinterbliebenenberatungsprojekte begleitete, formuliert in seinem Buch „Beratung und Therapie in Trauerfällen.“ (erschienen im Verlag Hans Huber 1999)

vier konkrete Traueraufgaben.

 

Er teilt den Ablauf des Trauerprozesses in verschiedene Traueraufgaben, die den Trauernden anregen sollen, aktiv zu werden. Durch lösen und bewältigen der einzelnen Aufgaben, wird der Trauerprozess erlebt und durchlaufen. Zudem soll der trauernde Mensch das Gefühl bekommen und haben, der Trauersituation nicht hilflos ausgeliefert zu sein. In dieser traurigen Zeit, soll er wieder Hoffnung bekommen.

1.Traueraufgabe: Den Verlust als Realität akzeptieren

Bewältigungsmöglichkeiten: Akzeptanz, das die betreffende Person tot ist und nicht mehr nach Haus zurückkehren wird; Überzeugung gewinnen, dass ein Wiedersehen mit dem Verstorbenen in diesem Leben nicht mehr möglich ist


2. Traueraufgabe: Den Trauerschmerz erfahren und Gefühle durchziehen lassen

Bewältigungsmöglichkeiten: sich dem Schmerz stellen, auftretende körperliche und/oder seelische Schmerzen müssen angenommen und verarbeitet werden

3. Traueraufgabe: Sich anpassen an eine Umwelt, in der die verstorbene Person fehlt

Bewältigungsmöglichkeiten: Anerkennung der veränderten Lebensumstände ohne die verstorbene Person, Anpassung an den Verlust


4. Traueraufgabe: Emotionale Energie abziehen und in eine andere Beziehung investieren

Bewältigungsmöglichkeiten: gefühlsmäßige Ablösung vom verstorbenen Menschen, neue Bindungen zu anderen Menschen eingehen

 

                                                                                                                                                                                                                                                                                            Wichtiger Hinweis zu den Traueraufgaben:

Der Prozess der Trauer verläuft nicht zwingend kontinuierlich und die einzelnen Aufgaben werden nicht automatisch gelöst. Es kann auch zu Rückschritten innerhalb des Trauerprozesses kommen bzw. können trauernde Menschen in einer Aufgabe verharren oder an ihr festhalten. Manche Aufgaben können sich überlappen, übersprungen werden oder sich miteinander vermischen. Auch sollten die einzelnen Ansätze nicht als absolut betrachtet werden. Nicht jeder Trauernde bewältigt alle Traueraufgaben in exakt der benannten Reihenfolge oder mit einer vorhersehbaren Zeitspanne. Sie sollten vielmehr als nützliche Informationen und Wegweiser begriffen werden, um ein Verständnis für Verhaltensweisen und Bewältigungsmöglichkeiten innerhalb des Trauerprozesses zu entwickeln.